Trägerwerk soziale Dienste

Eine Mauer für Toleranz - mit Motiven aus aller Herrn Länder

von Silke Richter | Sächsische Zeitung vom 15.09.2012

 

Gestern feierte das Hortgebäude an der Lindenschule Hoyerswerda sein 50-jähriges Bestehen.

Wenn Kim an kommenden Wintertagen an der bunten Mauer "ihres" Hortgebäudes vorbeigeht, wird dem Mädchen bestimmt ein klein bisschen wärmer. Warum? Ganz einfach: Kim gehört zu jenen Schülern, die in den letzten Wochen die alt und unschön anzusehende Verbindung zwischen Hort- und Schulgebäude mit bunten Bildern bemalt haben. Auf den "Gemälden" sind zum Beispiel Gebäude aus verschiedenen Ländern zu sehen. Ein Globus. Eine Matroschka und eine Moschee aus der Türkei. "Und wenn ich daran vorbeigehe, sehe ich was aus warmen Ländern, und dann ist mir bestimmt auch nicht mehr so kalt", erklärt die Schülerin.

Adar hat sich für eine Moschee aus seinem Heimatland, der Türkei, entschieden und das Motiv für die Ewigkeit an der Mauer festgehalten – auch wenn der Achtjährige seine Heimat nur von Urlaubsreisen in den dortigen Süden kennt. Ein Widerspruch, der keiner ist

Entstanden ist diese "Mauer für Toleranz" im Rahmen der interkulturellen Woche. Was hier wie ein Widerspruch klingt, ist gewollt: "Wir möchten damit im übertragenen Sinne zeigen, dass Mauern nicht nur negativ sind, sondern auch schön aussehen können. Die aufgemalten Entwürfe der Kinder reflektieren Fantasien und Toleranz", erklärt die stellvertretende Hortleiterin Simone Tienelt.

 Momentan werden im Integrations-Hort, einer Einrichtung des Trägerwerkes Soziale Dienste Sachsen, neunzig Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren aus verschiedenen Nationen betreut.

Am 4.April 1962 war der Hort als solcher eröffnet worden. Siebzehn Jahre später wurde die Einrichtung zu einer Kindertagesstätte umfunktioniert und ist seit 1989 wieder ein Haus für Hortkinder.

 

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