Trägerwerk soziale Dienste

Nachlese einer nicht alltäglichen Wandertour der Jugendwohngemeinschaft Dresden, der heilpädagogischen Wohngruppe Dresden und der heilpädagogischen Intensivwohngruppe Dresden

 

Teilnehmer: Roberto (11), Hashan (9), Tommy (14), Tom (14), Ricci (16)

Betreuer: Richard, Jakob, Sebastian

Die Idee für die diesjährige Wandertour lautete:

"Von Görlitz nach Dresden zu Fuß"

Unsere Übernachtungsorte: Görlitz, Leuba, Oderwitz, Sohland und Hohnstein.
Gelaufene Kilometer: 167. 
Gelaufene Stunden: 45.

Am 10. Oktober ging es also los Richtung Görlitz. Wie im letzten Jahr sollten sich die Jugendlichen selbst beweisen, dass sie nur mit dem Nötigsten und ohne Luxusartikel 1 Woche lang auskommen können. Nur mit einem Rucksack bepackt ging es also zu Fuß Richtung Heimat und nicht wie gewohnt mit dem Auto.

Unsere erste Übernachtung in der Jugendherberge Görlitz war gerade für unsere jüngeren Teilnehmer schon ein echtes Erlebnis. Da wir am Montagmorgen nach dem Frühstück voll bepackt mit dem notwendigsten im Rucksack wie: Klamotten, Lebensmitteln, Gaskocher und Wanderkarten zeitig los wandern wollten, hieß es wie in den kommenden 5 Tagen, zeitig ins Bett gehen. Am Montag erwartete uns ein sonniger Tag und es machte allen Spaß zur nächsten Unterkunft zu laufen.

Unterwegs konnten wir die Ausmaße des Hochwassers der Neiße im August und September sehen. Vorbei ging es an ausgespülten Bahnschienen, abgesoffenen Zeltplätzen und verdreckten Ufern entlang der Neiße. Gerade die Jüngeren unserer Wandertruppe waren sehr erstaunt über die Gewalt des Wassers.


Bei der Organisation dieser Tour sind wir mit Empfehlung über 3 Ecken an einen Mann geraten, der uns in seinem bescheidenen Häuschen übernachten ließ. Dass wir zudem seinen Garten zum Ausruhen und Abendbrot benutzen durften war einfach schön. Vielen Dank noch einmal an Herrn Klette, den die Jungs (vor allem Ricci) sofort in ihr Herz schlossen.


Am Dienstagmorgen ging es bei 3 Grad über Null weiter Richtung Oderwitz. Am Morgen wanderten wir noch entlang der Neiße mit einem Abstecher im Kloster Marienthal. Von dort ging es über weite Felder, Pferdekoppeln und vielen Wäldern auf eine Tagestour, die es für die meisten in sich hatte. Nach einem Einlauftag am Montag (17 km) wurden heute knapp 30 km gelaufen. Beiläufig gab uns die Natur für die nächsten 2 Tage den Nebel mit, was der Stimmung teilweise nicht gut tat. Somit mussten ein paar Müsliriegel zur Motivation herhalten. Auch die unzähligen Koppeln mit den förmlich anziehenden Elektrozäunen führten zu großen Späßen bei Groß und Klein. Am Tagesende waren jedoch alle froh die Schuhe zu lüften, einfach mal sitzen zu bleiben, zu duschen und die warmen Nudeln zu genießen.


Weiter ging es für uns über Neugersdorf, wo wir die Spreequelle als Kulturteil plus den sehr eigenen Dialekt kennenlernten, diesen aber als gut befunden und verinnerlichten. Doch dieser 3. Tag sollte noch mehrere Überraschungen für uns haben. Zum einen kam die Sonne wieder mal zum Vorschein, doch zum anderen hatten wir uns mit der Länge der Tagestour wohl etwas verschätzt. So wurde die restliche Stunde im Dunkeln gewandert, was für einige komplettes Neuland war und somit der Horizont ein wenig erweitert wurde.

In Sohland mit Taschenlampen angekommen, wurden wir herzlich in einem Jugendhaus der Gemeinde untergebracht, wo der Kachelofen die angenehme Wärme abgab, die wir uns alle verdient hatten. Ein weiteres Erstaunen überkam uns, als kaum jemand ein Abendbrot herbeisehnte. Die Matratzen wurden gleich mit Klamotten eingenommen und wir hatten Mühe die Jungs vom Lüften der Sachen zu überzeugen. Von da an war es definitiv eine ordentliche Männerrunde. J


Von Sohland ging es am 4. Tag bei 0 Grad nach einem ordentlichen Frühstück gestärkt in Richtung Hohnstein, wo wir einen Bungalow auf einem Zeltplatz als Ziel hatten. Durch ein Teil von Tschechien ging es aber erstmal Richtung Sebnitz. Durch tiefe Wälder, Täler und einsamen Dörfern erreichten wir wieder deutsches Land, um vorher aber die tschechische Küche nicht zu vergessen. Unsere Jungs hatten sich nach den Strapazen der vergangenen Tage eine Überraschung verdient und wir kehrten zum Mittag in einem landestypischen Restaurant ein. Alle freuten sich und genossen Knoblauchsuppe, Käse, Gulasch oder eben auch die altbewährte Pizza.
Dass wir die Energie brauchten, war uns mit einem Blick auf die Landkarte klar, denn es wurde so langsam immer bergiger. Zum Abschluss gab es an diesem Tag einen ordentlichen Anstieg und ein kurzes Verlaufen vor dem Schluss, der wieder mit Taschenlampen bewaffnet bearbeitet wurde. Auch hier waren mal wieder viele Worte der Überzeugung gerade bei unseren jüngeren Mitstreitern nötig. Doch auf dem Zeltplatz belohnten wir uns nach 3 Tagen wieder mit einer Dusche, die allen gut tat.


Zum Abschlusstag musste trotz Regen keiner mehr motiviert werden, denn es war der letzte Wandertag und es ging ja zurück nach Dresden! Leider musste Jakob an diesem Tag schon früh die Segel streichen. Sein Knie machte ihm schon seit 2 Tagen zu schaffen. Da halfen dann auch keine Schmerztabletten mehr und er stieg bei Rathewalde leider aus. Von da an hieß das Motto: "Zurück nach Dresden. Wir laufen für Jakob mit." Dass nun kurz vor dem Ziel einer aus unserem zusammengewachsenen Team ausschied, war gerade für Hashan ein schwerer Schlag und es mussten ein paar Tränen getrocknet werden.


Das Ziel kam nun immer näher. Dresden war nun zum Greifen nahe und als wir über die alte Bahnschiene von Eschdorf über Schullwitz in Weißig und schließlich Bühlau ankamen war es geschafft. Eine äußerst anstrengende, ereignisreiche und definitiv schöne Wanderwoche ging zu Ende. Die Gruppe hatte sich wie auch schon im Vorjahr gut zusammen gerauft und wir hatten viel zu lachen.
Ein großer Respekt geht an unsere Jungs, die sich auf diese Tour freiwillig eingelassen haben und super mitgezogen haben.

Zum Schluss geht ein Dankeschön an das Trägerwerk die uns beim Kauf von Rucksäcken, Wanderschuhen, Mützen, Handschuhen und Lebensmitteln finanziell unterstützt haben.

Jakob, Richard, Sebastian

 

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