Trägerwerk soziale Dienste

Knapp 1300 Verdachtsfälle auf Gewalt gegen Kinder

Noch nie haben so viele Dresdner das Jugendamt auf gefährdete Kinder hingewiesen wie 2010.

Beim Thema Gefährdung von Kindern verzeichnet das Jugendamt einen Anstieg der Fallzahlen. Im vergangenen Jahr wurde der Behörde knapp 1.300-mal der Verdacht gemeldet, das Wohl eines Dresdner Kindes könne beeinträchtigt sein. 2009 wurden reichlich 1000 Fälle gemeldet, etwa zehn Prozent mehr als 2008.

Zur Kindswohlgefährdung zählen körperliche und psychische Gewalt gegen Kinder, Vernachlässigung, aber auch sexueller Missbrauch. In den meisten Fällen war der Verdacht auf eine Gefährdung begründet, teilte das Jugendamt auf SZ-Anfrage mit. Die meisten Meldungen erfolgten anonym. Aber auch Schulsozialarbeiter, Ärzte und Polizisten informierten den sozialen Jugenddienst der Stadt.

Die insgesamt 60 Sozialpädagogen ordneten in 175 Fällen die Inobhutnahme von Kindern an. 76-mal schalteten sie das Familiengericht ein, etwa um den Eltern das Sorgerecht zu entziehen. Jugendamtschef Claus Lippmann betonte aber, dass Kinder, wenn möglich, in der Familie bleiben sollen. Er verwies auf umfassende Hilfen zur Erziehung, auf Beratungs- und Betreuungsangebote seitens des Amtes und Trägern der Jugendhilfe.

Mitarbeiter des Jugenddienstes begründen die steigenden Zahlen mit einer häufigeren Bereitschaft, Verdachtsfälle zu melden. Zu den Ursachen von Vernachlässigung und Gewalt gegen Kinder zählten psychische Probleme und Ängste der Eltern, aber auch finanzielle Notsituationen.

Kinderschutz-Notruf 2754004



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